(R)ECHT INTERESSANT!

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00:00:03: Also wenn man das ernst nimmt, kannst du es dann überhaupt noch geben?

00:00:12: Eine Doppelzulassung als Syndikusanwalt und niedergelassener Anwalt.

00:00:15: Wie kann ich denn zu gewöhnlichen Zeiten sowohl meinem Arbeitgeber dienen als auch eine eigene Kanzlei unterhalten?

00:00:49: Selten hat ein Urteil die Anwaltschaft so in Aufruhr versetzt, wie das des BGH zur Kanzlei Pflicht und in Fachmedien war sogar die Rede von Realitätsverweigerung in Karlsruhe.

00:01:02: Worum geht es?

00:01:04: Es geht um eine Kanzlei in einem Büroselinter wenn die Büro-Räumlichkeiten dort nicht dauerhaft sind sondern nur bei Bedarf angemietet werden.

00:01:12: Verfassungsbeschwerde läuft Aber ich finde, Meinung dazu Austauschen kann man trotzdem schon mal.

00:01:18: Wir sind ja am Verfahren nicht beteiligt, wir sind aber Anwälte.

00:01:22: und Austausche möchte ich mich heute dazu mit André Hauck.

00:01:25: kennt ihr schon?

00:01:26: Vizepräsident der Brack, Präsident der Kammer Karlsruhe Und bei uns zuständig für Brauthemen.

00:01:33: André, schön dass du da bist!

00:01:35: Sehr gerne.

00:01:36: Guten Morgen liebe Steffi.

00:01:39: Ja... Ich war etwas überrascht von dem Urteil.

00:01:42: Ehrlicherweise ich war nicht überraschter, dass die Kammern wohl so sehen müssen.

00:01:49: Es gibt ja viel Rechtsprechung dazu.

00:01:51: also es hat mich nicht so sehr die Kammer Berlin überrasacht gar nicht ehrlicher Weise.

00:01:55: aber das Urteil das BGH hat mich sehr überraszt.

00:01:59: vielleicht fasst du erst mal für die Lauschis?

00:02:01: Ich glaube ehrlich gesagt jeder hat's mitgekriegt.

00:02:03: aber was stand denn so drin?

00:02:05: Ja, gerne.

00:02:06: Also Ausgangspunkt war ein Kollege der neben seiner Syntikuzulassung auch als niedergelassene Anwalt tätig ist oder jedenfalls werden wollte und was seine Kanzlei angeht dann der Kammer die Adresse einer solchen Firma genannt hat, die Büroräume auf Bedarf zur Verfügung stellt.

00:02:29: Kanzlei war dort an dieser Adresse durch Kanzlaischild ausgewiesen und es gab da wohl auch einen hilfreichen Geist der eingehende Post.

00:02:40: für den Kollegen dann sicher verwahrt hat und darüber hinaus war telefonisch erreichbar auch wohl über einen entsprechenden Dienstleistungsvertrag.

00:02:49: Und da hat sich die Kammer Berlin gesagt, das reicht uns nicht.

00:02:52: Das genügt nicht.

00:02:53: in Anforderungen an die Kanzlei Pflichtner Barg auf siebenundzwanzig Brau ermöge bitte nachweisen durch Vorlage des Vertrags oder ähnliches, dass er den Anforderungen gerecht wird und mehr als das was ich jetzt eben in der Beschreibung gesagt habe konnte aber nicht nachweisen.

00:03:09: Daraufhin hat die Kammer Berlin eine missbilligende Belehrung erteilt und gesagt so geht es nicht.

00:03:15: dagegen hat er sich gewährt und zunächst vor dem AGH auch recht bekommen.

00:03:19: der Berliner Anwaltsgerichtshof hat also festgestellt die Anforderung, die die Kammer Berlin an die Kanzlei Pflicht stellt.

00:03:27: Die gehen über das hinaus was heutzutage noch Gegenstand sein sollte und der AGH da insbesondere eben auf moderne Form von Telekommunikation verwiesen und dass es vielleicht heutzutage nicht mehr erwartet wird, das sein Anwalt regelmäßig dauerhaft an einer bestimmten Adresse erreichbar ist.

00:03:48: Dagegen hat die Kammer Berlin vorgegangen Und der BGH hat es eben nun in dieser Entscheidung umgedreht, hat die missbilligende Belehrung aufrecht erhalten und er hat gesagt ja ist so wie die Kammer Berlin es sieht entspricht des der geltenden Rechtslage.

00:04:05: Es gibt eben Anforderungen aus der Kanzlei Pflicht aus § die Erreichbarkeit per Telekommunikation hinausgeht.

00:04:17: Es gehört immer noch ein räumliches Element zu diesem Begriff Kanzleipflicht, also der Anwalt muss auch weiterhin Räume zur Verfügung halten in denen er üblicherweise als Anwald erreichbaren damit auch präsent ist.

00:04:34: und das ist das worüber wir jetzt reden.

00:04:37: über die Frage ja Er gibt das tatsächlich, Barg auf siebenundzwanzig Brau so her.

00:04:45: Entspricht das noch der Lebenswirklichkeit?

00:04:49: und wenn wir beides bejahen?

00:04:52: Wie kommen wir da jetzt an diesem Problem vorbei?

00:04:54: Was ist jetzt zu tun?

00:04:56: Ja

00:04:57: also ich fand es ganz spannend!

00:04:58: Ich habe beides verfolgt und mich...ich bin ehrlich, das ist nur meine persönliche Meinung Aber ich bin halt auch ein sehr technikaffiner Mensch.

00:05:06: Mich hat der AGH voll abgeholt und ich fand die Begründung sehr gut, dass man ja berücksichtigen muss, dass sich die kompletten Rahmenbedingungen der anwaltlichen Tätigkeit durch den gesellschaftlichen Wandel, durch die Digitalisierung, durch Technisierung komplett gedreht haben.

00:05:22: Und das ist inzwischen doch eher ein modernes technikoffenes Verständnis, was das Kanzleibegriff braucht.

00:05:27: Fand ich ganz gut!

00:05:28: Was mich überhaupt nicht abgeholt hat, da fing dann wieder an.

00:05:33: Ja durch die Blume... ja ich brauche auch Rheumomdiakten aufzubewahren.

00:05:37: Dachte ich ja ein Server aber gut!

00:05:40: Ja also jetzt kommen wir schon in die Diskussion.

00:05:47: Ist das sinnvoll?

00:05:49: Braucht es das, kann das weg.

00:05:51: Vielleicht wollen wir aber weil wer ja den in einem Überblick erst mal dargestellt haben warum ging's eigentlich genau und was hat jetzt der Bundesgerichtshof entschieden?

00:05:59: ist vielleicht ganz gut nochmal so ein bisschen die Sache und Rechtslage auszuleuchten.

00:06:05: du hast sehr selbst gesagt Es gibt zu dem Thema eine viel Rechtsprechung auch jetzt schon.

00:06:10: deswegen ist es tatsächlich also ein bisschen Interessant jedenfalls mal zu sehen, wie sehr diese Entscheidung jetzt Wellen schlägt.

00:06:19: Weil sie ja nicht neu in dem Sinne ist sondern sie bestärkt nur die bisherige Auffassung des Bundesgerichtshofs das Anwalt Senats in dieser Hinsicht und da gab es durchaus schon Fälle, die ähnlich gelagert sind oder waren aber genauso entschieden worden sind.

00:06:38: Und trotzdem Urteil, dass große Wellen schlägt.

00:06:42: Vielleicht hat es so ein bisschen was auch mit diesem Ausgangspunkt einer solchen Co-Working Space zu tun und die Tatsache, dass das ja jetzt immer mehr ein Thema wird.

00:06:54: und vielleicht ist das so ein bischen der Triggerbegriff, der jetzt dafür sorgt, dass diese Entscheidung so insbesondere im Fokus ist oder im Blick ist.

00:07:06: aber das ist jetzt mal nur meine... Das

00:07:11: kann natürlich sein, ja es gab viel Rechtsprechung dazu.

00:07:14: Es wurde auch in dem Urteil einiges zitiert was ich ehrlich gesagt so ein bisschen unglücklich fand André.

00:07:20: das aber jetzt ist einfach meine persönliche Meinung.

00:07:23: Ja da wurden auch Entscheidungen aus zwanzig-fünfundzwanzig zitiert Aber wenn man mal reinguckt gleich das erste worauf verwiesen wurde aus nineteen hundert sechsohn achtzig Also

00:07:34: richtig, ja genau.

00:07:36: Das ist jetzt natürlich so ein bisschen.

00:07:37: wenn man sich das Urteil durchließt dann stellt man ja fest jetzt mal losgelöst vom Inhalt ist es ja jedenfalls mal ein schulmäßiges urteil nicht?

00:07:46: Es wird wie man das vielleicht auch von einem höchsten bundesgericht erwartet lege artistiziert und dargestellt und dann eine entscheidung getroffen.

00:07:56: und ich glaube was wir halt in den blick nehmen müssen ist was ist der ausgangspunkt?

00:08:01: und dass ist halt bargraf siebenundzwanzig prach Also eine Norm aus dem, aus einem Gesetz.

00:08:10: Und das ist das, worüber wir zunächst mal zu reden haben.

00:08:14: und da müssen wir – und das macht der BGH schulmäßig – auslegen was steht in diesem Gesetz?

00:08:21: Was sagt das Gesetz?

00:08:22: Welche Anforderungen ergeben sich daraus?

00:08:25: Der BGH verweist ja im Wesentlichen darauf dass es sagt naja Es gibt ein überkommenes Verständnis, der Kanzlei pflicht.

00:08:37: Deswegen verweist auch auf Entscheidungen die, sagen wir mal betagter sind.

00:08:42: Hat sich an diesem Verständniss... Gibt es Ansatzpunkte zu sagen?

00:08:46: Da hat sich an dem Verständnes etwas geändert und da schielt der BGR natürlich zunächst einmal auf den Gesetzgeber und sagt, trotz mittlerweile zahlreicher Veränderung in der Brau hat man den siebenundzwanzig U-Bröt gelassen und zwar selbst dann wenn Neue Regelungen gab, die Anlassgeboten hätten darüber nachzudenken.

00:09:07: Und zwar bis in die jüngste Zeit.

00:09:08: also geht es mal nicht zu weit zurück sondern sagt nur ausgangspunkt hier war ja auch ein syndikusanwalt.

00:09:15: als das thema syndikusanwaltschaft in der brau aufnahme gefunden hat wäre ja zum beispiel einen moment gewesen bei dem man hätte sagen können oder müssen wir jetzt mal beim thema kanns leitpflicht ansetzen.

00:09:30: wie geht das eigentlich?

00:09:32: Wenn man sich die Begründung des BGH so durchliest, dann fragt man sich ja Moment also wenn man das ernst nimmt.

00:09:41: Kannst das dann überhaupt noch geben?

00:09:43: Eine Doppelzulassung als Synchrosanwalt und niedergelassener Anwalt.

00:09:46: Wie kann ich denn zu gewöhnlichen Zeiten sowohl meinem Arbeitgeber dienen, als auch eine eigene Kanzlei unterhalten?

00:09:53: Kann das überhaupt wahr sein?

00:09:55: Kann es funktionieren?

00:09:57: Der BGH sagt jedenfalls mal – zu dem anderen Aspekt komme ich gleich – der BGH hat damals den Gesetzgeber keine Veranlassungen gesehen an dieser Anforderung und an diesem Verständnis von Kanzleipflicht, um es mal auf den Schlagwort zu bringen.

00:10:13: Der räumliche Bezug hat nichts geändert und selbst dann in der Folge wo das vielleicht noch deutlicher geworden ist.

00:10:21: also bei der Frage weitere Kanzlei, Aufregung des Verburts der Sternsoziätät und solche Dinge war immer der siebenundzwanzig unbeanstandet oder unangetastet gelassen worden.

00:10:35: Ja in dem steht dabei ja auch nicht viel drin

00:10:39: Richtig, aber deswegen der Bezug des BGH auf das bisherige Verständnis von Kanzlei Pflicht.

00:10:44: Und das ist ja durch eine Vielzahl von Entscheidungen geprägt – jetzt kann man sagen es auch alles alter Hut oder zu Zeiten ergangen wo die Voraussetzungen andere waren als heute -, Und da kann es leipflich zu verstehen hat und wenn das geändert werden soll, dann muss das Gesetz geändert wird.

00:11:09: Das ist nicht geschehen.

00:11:10: Da hätte der Bundesgesetzgeber, der Braugesetzgeber bei vielerlei Situation Gelegenheit dazugappen, hat das aber nicht gemacht.

00:11:19: also muss ich davon ausgehen dass das Verständnis des Gesetzgebers jedenfalls immer noch so ist und Dann das ist ja dann die Konsequenz.

00:11:28: Dann nutzt es mir vielleicht auch nichts Dass in der Bohra was anderes steht oder dass da Überlegungen auch in der Literatur vorhanden sind, ob das eigentlich noch so zeitgemäß ist.

00:11:40: Das hilft dann nicht so viel weil die bisherige Interpretation dessen was darin steht jedenfalls mal dem Gesetzgeber keinen Anlass gegeben hat das zu ändern obwohl wie gesagt man ja drüber nachdenken kann ob es so noch sein kann und sein soll.

00:11:57: Ja, das stimmt absolut.

00:11:58: Aber man könnte ja auch die Auffassung vertreten dass der Gesetzgeber letztlich etwas durch die Blume seinen Willen zum Ausdruck gebracht hat eben dadurch dass es jetzt den Syndikusanwalt gibt.

00:12:11: also vielleicht jetzt mal hypothetisch könntest du sagen naja diese neuen Vorschriften dies gibt die fügen sich ja störungsfrei neben dem Wortlaut des siebenundzwanzig ein.

00:12:23: Alles, was da entgegen steht ist ja nur die Rechtsfortbildung.

00:12:26: Das hätte man auch zum Anlass nehmen können zu sagen der Gesetzgeber wird das wohl gesehen haben er bringt es zum Ausdruck Vorschriften zum Sündikusanwalt.

00:12:35: Er schließt sich ja denknotwendigerweise aus.

00:12:37: wie sollst du genau wie Du sagst?

00:12:38: Wie sollst Du gleichzeitig zu den üblichen Geschäftszeiten in Deiner Ganzlei sein und Sündicusanwaltung?

00:12:46: Also ich denke dass der BGH das sehr so in der Konsequenz, wie man es teilweise so interpretiert gar nicht gemeint hat.

00:12:55: Also der Anwalt soll eine Katzlei unterhalten, unter der er zu üblichen Geschäftszeiten grundsätzlich zur Verfügung steht und erreichbar ist.

00:13:05: Das heißt ja nicht dass der dort sozusagen von neun bis fünf am Schreibtisch sitzen muss und warten muss bis die Leute klingeln oder das Telefon klingelt glaubt nicht, dass das so zu verstehen ist sondern es eben einen Anlaufpunkt geben muss.

00:13:21: Ein Anlaufpunkt wo der rechtssuchende, der berühmte halt ausgewiesen durch Kanzlei-Schild und Ähnliches weiß da ist der normalerweise da auch wenn er jetzt konkret vielleicht nicht da ist.

00:13:34: denn das ist ja die Situation die wir alle kennen Jeder ist viel unterwegs und natürlich nicht gewährleistet, dass wenn ich spontan auf die Idee komme dem Anwalt einen Besuch abzustatten das der dann auch tatsächlich da ist.

00:13:48: Aber es muss ein Anlaufpunkt da sein zudem er dann, wenn er seine anwendlichen Tätigkeit nachgeht also nicht nach geht bei Gericht sondern dann wenn er seiner Arbeit macht halt auch anzutreffen ist.

00:14:02: wahrscheinlich ist es so gemeint Und dann hätten wir auch kein Problem Aber vielleicht schon ein Problem mit dem Synihusanwalt, wo das tatsächlich ein bisschen schwieriger in der Kombination ist.

00:14:15: Aber grundsätzlich wäre das jetzt mehr dieses Verständnis ein denkbares.

00:14:21: Aber klar, dass ist eine schwierige Situation.

00:14:23: der der BGH orientiert sich halt eben an dem was was im siebenundzwanzig steht und wie das bisher jedenfalls zu bewerten ist.

00:14:32: und es macht er ja wie gesagt schulmäßig indem er auslegt nach Strich- und Faden und nach allem was wie man das so gelernt hat und dann zu dem Ergebnis kommt.

00:14:42: Nach wie vor Das, was man darunter zu verstehen hat.

00:14:47: Es gibt bisher keinen Eingriff des Gesetzgebers der das verändern soll.

00:14:51: also ist es auch nach wie vor so und sagt der BGH dass ist auch unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten gerechtfertigt weil sich dafür natürlich Gründe finden lassen auch in der aktuellen Zeit die natürlich eine andere ist als den vor fünf oder zehn Jahren, denn die fortschreitende Digitalisierung und der Ausbau von Telekommunikationsmitteln – das ist ja etwas was sich rasant in den letzten Jahren erst entwickelt hat.

00:15:27: Und überhaupt erst jetzt es ermöglichten darüber nachzudenken sozusagen die virtuelle Kanzlei zu denken.

00:15:34: Das wäre ja vor einiger Zeit noch undenkbar gewesen.

00:15:38: Jetzt ist es zumindest denkbar und die Frage Wollen wir das?

00:15:42: Das ist dann jetzt der Ausblick sozusagen die Zukunft.

00:15:45: Wie geht man mit dieser Entscheidung um?

00:15:47: Der BGH sagt im Moment, da gibt es noch genug rechtfertigende Gründe, die dieses Verständnis einer Kanzlei also auch eines Raums in dem der Anwalt seiner Tätigkeit nachgeht und da gibt's noch genug Rechtfertigender Gründe dafür.

00:16:03: Das kann aber natürlich auch anders sehen, sondern könnte es der Gesetzgeber anders sehen oder könnte das künftig hinanders definieren?

00:16:11: Aber das ist dann jetzt die Frage, die man natürlich mal diskutieren und beantworten müsste.

00:16:19: Was ist eigentlich wirklich das aktuelle Verständnis einer Kanzlei?

00:16:25: Und setzt es noch voraus, dass es eine Anlaufstelle gibt einen Raum gibt neben irgendetwas virtuellem und da hat ja der BGH einiges aufgeführt Und darum muss man sich im Detail mit auseinandersetzen.

00:16:42: Also klar, natürlich in Zeiten fortgeschrittener Digitalisierung, elektronischen Rechtsverkehr der Kommunikation mit Gericht und auch gegenseite über das allseits geschätzte besondere elektronische Anwaltspostfach Solche Dinge da kann man die Frage stellen, warum muss ich mich noch mit dem Begriff Unterlagen auseinandersetzen und der besonderen Verwahrung und Geheimhaltung solcher Unterlagen.

00:17:10: Aber auch da hat der BGH ja nicht ganz zu unrecht darauf hingewiesen.

00:17:14: Man muss es ja aus der Perspektive des Mandanten sehen, der kommt und hat was dabei.

00:17:20: Und er hat Unterlagen dabei, vielleicht auch Originalunterlagen dabei einer besonderen Behandlung bedürfen, das heißt die sind jetzt nicht automatisch schon elektronisch.

00:17:31: Das kann zwar sein und man kann eine Mandatsstruktur haben wo das so ist aber nicht gewährleistet dass es so ist.

00:17:37: und dann muss ich mich da natürlich mit der Frage auseinandersetzen wie gewährleise ich das?

00:17:43: Ich muss natürlich gewähr leisten dass sich mit dem mandanten vertraulich kommunizieren kann und das kann natürlich auch sein dass es geboten ist oder gewünscht dass das nicht über Telekommunikationsmittel, sondern in einem persönlichen Gespräch passiert.

00:18:01: Dann muss ich auch gewährleisten, dass ich dazu eine Möglichkeit habe.

00:18:06: ob das noch heißt Ich muss permanent was vorhalten oder reicht es da vielleicht aus auf den Bedarf hin etwas organisiert zu bekommen.

00:18:17: Stichwort Co-Working Space ist dann wieder ne andere Frage.

00:18:21: und dann meint der BGH Zumindest, dass es ja auch immer noch denkbar ist.

00:18:27: Dass sozusagen die Laufkundschaft kommt also das jemand gezielt eine Adresse ansteuert weil er darunter einen Anwalt eben sieht und vermutet Das ist jetzt natürlich

00:18:45: Eine

00:18:45: Frage die man diskutieren muss ob das tatsächlich noch so ist ob jetzt auch unter dem Gesichtspunkt des Anwalts als Organ der Rechtspflege und einer, der einen Beruf ausübt.

00:18:58: Der natürlich eine Rechtsdienstleistung ist aber vielleicht doch eben noch etwas Besonderes darstellt und auch wo ihn auch besondere Pflichten treffen Stichwort bestimmte Mandate zu übernehmen, die er vielleicht selbst sich gar nicht unbedingt aussucht.

00:19:14: Auch das hat der BGA in seiner Entscheidung ja angesprochen dass es diese Pflicht noch gibt und das natürlich auch für solche Situationen der Anwalt wenn er als anwalt tätig sein will den Anforderungen genügen können muss.

00:19:29: Das ist etwas worüber man sich Gedanken machen muss.

00:19:33: was is da jetzt tatsächlich noch erforderlich?

00:19:37: Und wenn man sieht, da gibt es eine gewisse Diskrepanz.

00:19:40: Also Diskrepans im Sinne von bisher war das Verständnis ein anderes jetzt können wir das etwas anders sehen.

00:19:46: dann führt nach meiner plumpen Wahrnehmung dieser Entscheidung halt tatsächlich nichts dran vorbei dass man dann Hand an die gesetzliche Regel umlegen müsste.

00:19:59: Ja

00:20:00: also ich finde den Punkt absolut ausschlaggebend.

00:20:04: Erwartungshaltung, Horizontverständnis der Mandanten.

00:20:08: Darum geht es ja letztlich und ich glaube wirklich dass die... Nennen wir das jetzt wirklich Laufkundschaft.

00:20:15: Ich glaube persönlich meine Wahrnehmung Das stirbt aus!

00:20:21: Das wird immer weniger.

00:20:22: Du wirst noch welche haben aber man darf ja nicht vergessen eine Lockerung der Kanzlei-Flicht würde ihr nicht bedeuten ist es ein Verbot ganz leiflich.

00:20:31: Also genauso wie du in der Mandantenstruktur verschiedene Vorlieben hast, wie möchte ich denn gerne betreut werden?

00:20:39: Hast du das natürlich auch bei den Kollegen und ich würde es jetzt noch nicht mal am Alter festmachen sondern an der persönlichen Technikaffinität.

00:20:47: Und wenn ich jetzt von mir ausgehe André im Berlin hätte ja die volle Auswahl, wenn ich einen Mandat jemanden antragen wollte auf jedem Rechtsgebiet selber vertreten, auf gar keinen Fall.

00:20:58: Ehrlicherweise überhaupt nicht!

00:21:00: Ich hätte überhaupt kein Bock durch ganz Berlin zu fahren.

00:21:03: Ich wäre die erste, die sagt... ich schick dir jetzt den ganzen Kram digital und dann muss sich dahin für eine Besprechung.

00:21:11: das wär für mich wahrscheinlich sogar ein Grund nach einer anderen Kanzlei zu suchen.

00:21:16: Ich glaube jetzt nicht, dass du von mir auf alle Welt schließen kannst.

00:21:21: Auf meine persönliche Präferenz kann ich ja nur rekurrieren.

00:21:24: Aber ich glaube das geht vielen Menschen so und ich stehe mit ganz vielen Kolleginnen und Kollegen im Austausch.

00:21:30: Das größte Problem ist nicht Dass sie nicht mehr her werden all der Menschen die da in ihre Kanzlei kommen wollen Sondern das Problem ist den weitzubringen.

00:21:40: Hör mal auf mir die ganze Scheiße per WhatsApp zu schicken.

00:21:44: Ja, völlig d'accord.

00:21:47: Da muss man halt unterscheiden zwischen der Frage was ist mein Zielpublikum?

00:21:55: Was muss ich dem bieten um den gerecht zu werden?

00:21:58: und jetzt kann man das noch für allgemein an und nicht von seinem eigenen Zielpublicom sprechen sondern Das versuchen zu allgemeinern, das Zielpublikum der Rechtssuchenden.

00:22:08: Was ist eigentlich deren Erwartungshaltung und wie kann ich dem entsprechen?

00:22:14: Und dann ist es sozusagen in einer Frage die der Markt regelt nicht.

00:22:18: Dann wird es Mandanten geben dies bevorzugen ein persönliches Gespräch zu führen alles auf den Tisch zu klatschen und sagen guck wieder klarkommst die anderen, die sagen das muss alles effizient passieren und ich schicke dir elektronisch das was ich habe.

00:22:39: Das ist eine Frage, die sicherlich der Markt regelt.

00:22:43: Ich sage nur so Berlin ist jetzt natürlich ein Thema.

00:22:48: Bretten in Baden ist ein anderes Thema.

00:22:52: da reden wir vielleicht über einen anderes Publikum.

00:22:56: und klar jetzt kann man sagen dann ist es dort erfolgreicher.

00:23:00: vielleicht, wenn man eine Kanzlei unterhält.

00:23:02: Die haben wir auch vermutlich nicht ganz so teuer wie in Berlin, die haben wir zu und man hat dann einen größeren Markt Erfolg als wenn man sich nur so eine Art virtuelle Kanzlei dort einrichtet.

00:23:15: aber Das wäre nicht das, was mich umtreibt.

00:23:19: Da könnte man prima sagen, dann soll es jeder Rechtsanwalt auch selbst entscheiden wie er am Markt auftreten will und kann ja dann besonders herausstellen, wie er seine Tätigkeit bringt, um für sein Zielpublikum entsprechend attraktiv zu sein.

00:23:36: Das ist aber nicht der Hintergrund der BGH-Entscheidung.

00:23:40: Mir klar!

00:23:43: Gibt es vielleicht für den Anwalt eben die berufsrechtliche Verpflichtung, eine solche besondere Räumlichkeit vorzuhalten um den Anforderungen, die an ihn gestellt werden gerecht werden zu können.

00:23:59: Und die hat er ja wie gesagt in der Entscheidung alle genannt, die da im Raum stehen also auch so Stichworte wie Beschlagnahmefreiheit und sowas die voraussetzen, dass irgendwo ein definierter Raum ist, den ich als Anwalt nutze und wo ich sagen kann.

00:24:16: Da sind jetzt hier meine Mandatsunterlagen drin und die gehen dich lieber starten nichts an.

00:24:22: Das sind die Fragen mit denen man sich beschäftigen muss.

00:24:24: was da tatsächlich noch eine Anforderung so, dass man darauf nicht verzichten kann?

00:24:35: Gibt's die Ein weniger ist, als das was dem bisherigen Verständnis einer Kanzlei entspricht.

00:24:46: Dann müsste man eben überlegen gut wie bildet man das jetzt für die Zukunft ab?

00:24:52: Auch das ist ja keine neue Diskussion.

00:24:54: also in der Kommentarliteratur wird es sehr schon lange diskutiert bisher immer so mit dem Ergebnis naja noch ist das wohl alles nicht so dass man da verzichten könnte.

00:25:06: Und dann ist es halt irgendwann die Frage, wann ist denn dieses noch nicht mehr?

00:25:11: Ja das finde ich ein interessanten Buch.

00:25:12: Gab's da nicht gerade einen EGMR-Uhrteil?

00:25:15: Da hatte eine Anwalt... war nicht in Deutschland.

00:25:18: Ah muss ich mal raus suchen!

00:25:19: Ich verlinke das meine Show Notes auch Akten nicht in der Kanzlei sondern woanders und Da wurde ihm aber recht gegeben unter Licht auch der beschlagene Freiheit.

00:25:28: Ja,

00:25:29: so... Aber das ist ja dann auf der Rechtsfolgen-Seite vor Gericht.

00:25:32: das zu klären?

00:25:32: Das ist ja keine Lösung.

00:25:34: Genau!

00:25:35: Ich will jetzt auch nicht falsch verstehen und ich will nicht sagen dass was da drinsteht in dem BGH-Urteil an Punkten die alle dafür sprechen, dass es eine Kanzlei Pflicht nach bisherigem Maßstab auch weiterhin gilt, dass das alles gesetzt ist.

00:25:51: Ich will nur sagen, das sind die Punkte mit denen man sich auseinandersetzen muss.

00:25:54: und wenn man sagen muss okay da geht es aber das und jenes Argument dagegen und da das dann kommt man vielleicht zu dem Ergebnis lässt sich auch alles ohne eine solche konservative Definition des Begriffskanzlei herwerten.

00:26:14: ich muss dann halt nur sagen was?

00:26:16: Was ist dann mein Verständnis davon?

00:26:20: Was ist jetzt das in Anführungszeichen richtige Verständnisse einer Kanzlei?

00:26:25: und da muss ich das eben so definieren.

00:26:29: Das wird aber halt vermutlich nicht funktionieren dadurch, dass man auf ein Verständnes verweist.

00:26:38: oder Unter gesetzliches Recht, auch das hat der BGH ja relativ deutlich gesagt und es ist aber eigentlich selbstverständlich dass ich sozusagen nicht über die Bora die Brau um definieren kann sondern da muss man halt schon genau gucken was wird jetzt in der Bora gemacht?

00:26:56: Und dann geht das über das Gesetz hinaus oder ist es nur eine Auslegung.

00:27:03: Ja, das wird ein spannender Punkt.

00:27:05: Ich weiß mehrere Ausschüsse aus der Satzungsversammlung habe ich gerade mit Viola Hisserich aufgezeichnet steht es auf der Tagesordnung.

00:27:11: Die gucken sich das natürlich auch längst genau an bei euch im Brauausschuss, ihr werdet's euch wahrscheinlich auch haben oder habt schon wahrscheinlich?

00:27:18: Wir

00:27:18: haben uns schon angeguckt und sind aber auch zu dem, genau zu dem Ergebnis gekommen dass man sich das, dass man intensiv prüfen muss was ist eigentlich heutzutage in Anbetracht der heute sicherlich ganz anderen Umstände als noch vor fünf oder gar zehn Jahren Das was geboten ist, was erforderlich unter dem Stichwort Kanzlei.

00:27:42: Und wenn wir da, wie gesagt zu dem Ergebnis kommen das ist nicht mehr so wie früher und nicht mehr sowas der BGH sieht dann muss man das gut begründen und muss dann eben definieren was man selbst für richtig hält um das als Vorschlag in die Diskussion in den Raum zu stellen.

00:28:04: und letztlich wird auch die Satzungsversammlung anders machen können Nach meinem Verständnis als Anregung zu entwickeln, wie der Gesetzgeber an das Thema rangehen sollte wenn das für erforderlich angesehen wird.

00:28:20: Es betrifft ziemlich viele Kolleginnen und Kollegen in Deutschland.

00:28:24: Und ich glaube schon dass es echt wichtig wäre sich das mal genauer anzugucken weil es auch kaum darstellbar ist.

00:28:37: Rückgang bei den Zulassungszahlen.

00:28:40: Wir haben das Phänomen, dass immer weniger junge Juristinnen und Juristen bereit sind, das Risiko einer Gründung einzugehen.

00:28:50: Es gibt immer noch welche aber es werden immer weniger.

00:28:54: Gerade sprachen wir von Berlin.

00:28:56: Gerade Sprachen wir vom irgendwo... Ich hab's wieder vergessen.

00:29:00: Das Örtchen hast du ansprachst?

00:29:03: Ja genau!

00:29:04: Aber das Risiko ist natürlich deutlich geringer, wenn ich mich digital aufstellen kann und auch gleich versuchen kann, bundesweit tätig zu sein.

00:29:12: Das heißt, ich glaube es wäre für den Nachwuchs halt super wichtig!

00:29:14: Ich glaube es entspräche auch meine persönliche Meinung dem Zeitgeist.

00:29:19: Und wenn ich mal überlege André was ich jetzt bei den Themen wo Streit entbrennen könnte, wo ich vielleicht ein Rechtsproblem kriegen könnte weißte wann ich dazu letzt post hatte

00:29:33: Also kann man vorstellen, dass das eine Weile her ist.

00:29:37: Aber das ist ein gefährliches Argument glaube ich, weil wie gesagt es geht weniger um die Frage, wie kommt etwas von A nach B als vielmehr halt die Frage ob jetzt die Situation, dass da einen Mandant mit ganz vielen Unterlagen kommt, Dokumenten kommt, Urkunden die er besprochen haben will, dass das eine Situation ist über die man nachdenken muss.

00:30:05: Weniger Kommunikation findet anders statt mittlerweile fast durchgängig sondern das Thema Wie findet die Kommunikation mit dem Mandanten statt?

00:30:18: Und da würde ich schon sagen, da gibt es für alles noch eine Rechtfertigung.

00:30:25: Die Frage ist, das führt es dazu, dass es auch eine berufsrechtliche Pflicht geben muss, etwas vorzuhalten sozusagen

00:30:33: und darüber

00:30:34: müssen wir diskutieren.

00:30:35: Dann muss man einfach das BMJV den ganz großen Wurf machen.

00:30:39: also Punkt eins kannst du live Lichter angucken, das wird doch ganz schön überlegen.

00:30:43: was ist davon noch zeitgemäß?

00:30:46: Ich bin da ganz offen.

00:30:47: Ich geb dem BMJV jetzt nicht alles vor, dürfen das schon selber prüfen?

00:30:52: Aber dann könntest du ja zum Beispiel nochmal drüber nachdenken wir haben in bestimmten Bundesländern besondere Situationen um genau das abzubilden was Du gerade ansprichst.

00:31:02: also es war immer die Kombination Beratungshilfe ist ein wichtiger Punkt.

00:31:06: Mach's doch wie Hamburg.

00:31:08: öffentliche Rechtsauskunft hier hat feste Räumlichkeiten Anwälte sitzen da im Prinzip ehrenamtlich um dieses Segment abzudecken.

00:31:17: Das ist immer gut, zentral erreichbar könnte man ja dann in Kombination denken und vielleicht wäre es einfach eine gute Idee wenn der Gesetzgeber sich mal genau anschaut was wären denn die Mindestvoraussetzungen die wir unbedingt halten müssen die erforderlich sind für diesen Beruf?

00:31:33: Und wo könnte man das an die Lebenswirklichkeit anpassen?

00:31:38: Und die Lebenswirklichkeit, deswegen habe ich vorhin das Beispiel gebracht.

00:31:41: Wann ich zuletzt in allem was mich betrifft vertragliche Elemente... Du kriegst ja noch nicht mal mehr von meiner Krankenkassepost!

00:31:49: Ich kriege für niemanden mehr Posts.

00:31:51: Ich krieg alles digital.

00:31:52: Das heißt für mich wäre es tatsächlich in meiner Lebensrealität wenn ich jetzt mit meinem Anbieter und meiner Krankenkasse was auch immer Zoff hab'.

00:32:00: Ich habe sowieso alles digital.

00:32:02: Ich möchte es nicht erst ausdrucken und ich persönlich möchte auch nicht zum Anwalt fahren, sondern ich möchte gerne dass man sich online trifft das bespricht Und ich glaube, das wird immer mehr.

00:32:12: Ich fände es sehr schön wenn der Gesetzgeber sich damit befasst oder?

00:32:15: Da sprichst du den richtigen Punkt an.

00:32:16: Das wird sicherlich immer mehr.

00:32:18: da bin ich bei dir weil ich glaube wenn ich habe ja auch Kinder und krieg mit wie die so durchs Leben gehen ist natürlich keine Frage dass alles was auf Papier gedruckt ist für ziemlich erscharig halten.

00:32:33: nur deswegen ist es ja so schön wenn in der Kommentarliteratur immer die Diskussion verfolgt.

00:32:40: Es ist halt die Frage, wie ich vorhin gesagt habe.

00:32:42: Wann ist eigentlich dieses noch erledigten?

00:32:45: Noch ist es schon ein Problem weil es halt auch viele andere gibt, die gerade die dann ein Problem haben und dann plötzlich vor der Situation stehen, dass sie sich in diesem dann allein noch verbleibenden Angebot mit ausschließlich elektronischer Art der Mandatsbearbeitung nicht klarkommen so einräumen muss und sagen, es gibt vielleicht schon immer noch ganz viele Rechtssuchende die halt auch noch anders unterwegs sind.

00:33:20: Dann ist die Frage, gehört das zu den Pflichten der Anwaltschaft?

00:33:25: Auch dafür der Beistandsein zu können.

00:33:29: Und dann kommt das wieder zur Unterscheidung will ich das?

00:33:33: Das kann ich natürlich sagen, dass will ich nicht und deswegen richtig mich anders aus und lasse diesen Markt umgespielt.

00:33:40: Aber gibt es eben auch noch Situationen, wo der Anwalt ein solches Mandat wahrzunehmen hat?

00:33:45: Und auch darauf hat ja der BGH abgestellt und gesagt diese Situation.

00:33:48: Gibt das nach wie vor und dafür muss der Anwand wenn er sozusagen die Rechte eines Anwalts in Anspruch nehmen will, auch die entsprechenden Pflichten erfüllen.

00:33:59: Das ist das worüber wir reden.

00:34:01: Welche Pflichte gibt es da hin in der Hinsicht noch?

00:34:05: Wie kann ich die abbilden?

00:34:07: braucht's dafür eine Kanzlei in der Form, wie sie der BGH aus der Regelung im XXII Brau herausliest oder geht da auch ein weniger?

00:34:21: und wenn dem so ist dann müsste man eben überlegen was jetzt wirklich noch erforderlich und das müsste dann eben gesetzlich umgesetzt werden.

00:34:32: Das ist aber tatsächlich nicht trivial.

00:34:35: wir haben ja auch in der Hauptversammlung überlegt, ach Gott, da muss man doch dann vielleicht gesetzlich was machen.

00:34:44: Wie können wir das machen?

00:34:45: Können wir da jetzt noch im Zuge des anstehenden Braunovelle vielleicht noch etwas unterbringen dafür, dass es nicht gelingen wird weil der Teufel steckt dem Detail und am Ende kommt's halt auch zu einer Frage die man irgendwann irgendwie mal beantworten muss nämlich ist das halt tatsächlich noch so, dass ich einen Raum bieten muss.

00:35:12: Ich finde es keine triviale Frage und da ist es gut und wichtig, dass man das intensiv diskutiert und das für und wieder abwägt und überlegt was brauche ich jetzt wirklich noch?

00:35:24: Was brauche nicht mehr?

00:35:26: Und wie muss sich das dann

00:35:28: umsetzen?".

00:35:30: Schnellschuss ist wahrscheinlich ein bisschen gefährlich in der Hinsicht.

00:35:36: Ja, deswegen habe ich mich so auf dieses Gespräch gefreut und das erfüllt auch alle meine Erwartungen weil hier wieder zwei komplett unterschiedliche Menschen aufeinander treffen.

00:35:45: Ich bin immer so also ja trivial ist es jetzt nicht aber man lasst es doch mit dem Service-Center, da ist ja jemand da.

00:35:54: Somit der Schild draußen, das Schild ist ja da!

00:35:57: Das Schild groß genug, da is immer jemand ansprechbar.

00:36:01: Für mich wäre Voraussetzung es gibt auch diese Office-Centre die dann ganz andere Eröffnungszeiten haben wo nicht immer der Tresen besetzt ist.

00:36:09: für mich wär wichtig du musst natürlich mit den Verträge geschlossen haben dass so Verschwiegenheitspflicht angehalten wird.

00:36:15: Dass da wirklich immer während der üblichen Geschäftszeiten jemand vorhanden ist weil dann wer Nicht so groß, ob du jetzt in eine Bürogemeinschaft rennst.

00:36:25: Weil das ist ja zulässig!

00:36:27: Da hat jeder sein Zimmer, der eine ist aber immer unterwegs und da hockt auch nur einer Empfang die sagt Ja es tut mir total leid ist nicht da bitte ihr Telefon.

00:36:38: vereinbaren Sie bitte einen Termin.

00:36:40: Genau das kann dir in dem Service Center ja auch Die Post wird da auch sicher gelagert.

00:36:46: wenn nun entsprechenden Vertrag hast dann hast Du jemanden der immer ans Telefon geht.

00:36:51: Das kannst du ja sogar twenty four seven anbieten, das würdest du in deiner Kanzlei wahrscheinlich nicht machen.

00:36:56: Dann halt eine Kostenfrage und dann... Ja also ich bin ja auch fast immer twenty-four seven aber ein eigenes Problem.

00:37:04: Und das heißt es läuft die Faktor auf dasselbe hinaus egal ob du vielleicht in der Bürogemeinschaft bist.

00:37:10: Vielleicht ist so gar im Service Center länger für mehr Stunden jemand erreichbar als Du, sind deiner Kanzlei als Einzelanwalt irgendwie stemmen könntest.

00:37:20: Weil es gibt ja auch diese... Die Frage ist ja, wäre das nicht eine Verbesserung?

00:37:24: Wenn du jetzt mal das Szenario Einzel-Anwalt viel unterwegs hat aber kein Sekretariat.

00:37:33: Jetzt ist er vielleicht noch bundesweit tätig Ja der hat da seine Kanzlei Da macht aber nie jemand auf

00:37:38: Am Ende seiner Wohnzimmerkanzlei Und da kann man ja auch viele Fragen stellen ob das eigentlich so jedenfalls mal wenn es um die Lebenswirklichkeit geht, so allen Anforderungen gerecht wird wo wir bisher keinerlei Probleme gehabt haben das zu akzeptieren.

00:37:56: Das ist völlig richtig.

00:37:58: deswegen zeige ich ja wichtig ist dass man mal genau definiert was muss eigentlich wirklich den unter berücksichtigen heutiger Möglichkeiten angeboten werden und was nicht.

00:38:11: Bin relativ sicher, wenn wir das mal so definiert haben wird der Co-Working Space Markt ganz schnell darauf reagieren und wird dafür Lösungen bereit halten.

00:38:23: wahrscheinlich ist es jetzt schon so dass es da Vertragsgestaltung gibt wo wir dann sagen würden ja und diesem unserem jetzt angemessenen Verständnis einer ganz Leibpflicht genügt das.

00:38:38: Und dann wäre ja alles prima, das ist aber tatsächlich im Einzelfall anhand der vertraglichen Regelung zu prüfen.

00:38:48: Reicht es oder reicht es nicht?

00:38:50: Das war jetzt bei den Berliner Kollegen an ein paar Punkten und Stellschrauben etwas schwierig.

00:38:59: Aber dass man das gestalten und regeln kann Das meine ich, da würde ich der Kreativität derjenigen die solche Verträge machen und Zutrauen entgegenbringen.

00:39:14: Dass man das abbilden kann.

00:39:18: Schade!

00:39:18: Ich dachte jetzt können wir ein fertiges Paket haben doch nicht geschafft.

00:39:22: Na ja

00:39:24: ganz so einfach wird es wahrscheinlich nicht.

00:39:25: also ich denke Also es berührt halt so einen Nerv dieser Entscheidung.

00:39:31: Deswegen ist man ein bisschen gleich in einem Überschwangen der Gefühle, weil man denkt also Co-Working Space geht überall!

00:39:41: Warum soll das bei den Anwälten nicht gehen?

00:39:43: Das muss so möglich sein.

00:39:44: und dann guckt man sich die jungen Leute an und sagt jetzt wollen wir denen nicht noch Steine in den Weg legen und gucken dass wir ihnen eine Möglichkeit bietet den von ihnen gewollten Beruf in dem Umfeld anzubieten, den sie sich ausgesucht haben.

00:40:03: Und das ist ein anderes Umfeld als dass wir bisher aber ich als alterweiser Mann erkannte.

00:40:11: Das ist völlig klar.

00:40:13: Aber klar ist halt auch, das kommt ja alles nicht von ungefähr sondern es hatte jedenfalls mal seine Rechtfertigung das Thema Kanzleibpflicht auch in dieser Wahrnehmung und Interpretation, die der BGH darstellt.

00:40:31: Und jetzt ist halt die Frage und dass es... Die Aufgabe, die uns gestellt ist, dass wir gucken müssen was da tatsächlich noch erforderlich und was nicht?

00:40:42: Und dann muss man gucken wie man darauf damit umgeht.

00:40:46: mit diesem Ergebnis braucht's eine Gesetzesänderung Reicht es, wenn man die Vertragsgestaltung entsprechend anpasst und genauer überprüft?

00:40:56: Oder eben muss ich Handhandsgesetz legen.

00:40:59: Und dann muss ich mir natürlich aber auch genau überlegen wie soll das denn eigentlich definiert sein?

00:41:06: Das ist mich gerade trivial weil die Regelung ist ja bestechend einfach in den siebenundzwanzig Brau Eigentlich das, was man sich wünscht.

00:41:19: Dass man eine schöne Knappe kurze aber trotzdem verständliche Regelung hat.

00:41:24: Wenn ich jetzt natürlich im Detail anfange das Kleinteiliger zu regeln dann sieht es auch nicht mehr so schön aus.

00:41:30: damit kämen wir noch klar.

00:41:32: Aber dann ist ja die Frage Ist das eigentlich in fünf Jahren auch noch so oder gibt's da schon wieder andere Situationen, die es zur berücksichtigen gilt?

00:41:42: Das ist das was es dann auch vielleicht ein bisschen komplizierter macht.

00:41:46: Aber das ist alles eine Aufgabe, der wir uns dann zusammen natürlich mit dem BMIV.

00:41:52: Ich würde es nicht alleine den überlassen wollen ehrlich gesagt.

00:41:55: Wir würden da schon gerne unsere Perspektive reinbringen wollen.

00:41:58: Wir sind die Praktiker!

00:42:00: Genau und ich würde da schon sagen dass was wir darunter verstehen aber das muss halt nun mal auch erst ermittelt werden und das ist nicht so ganz einfach.

00:42:11: Aber wir gehen dran.

00:42:12: Wir alle sind schon dran.

00:42:13: Die Praxis dran der DRVs dran, die Satzungsversammlung ist dran.

00:42:18: Ich glaube es gibt keinen Kammervorstand der sich noch nicht mit der Frage auseinandergesetzt hat weil wir natürlich auch die praktischen Entscheidungen zu treffen haben.

00:42:26: wenn da morgen einer kommt und sagt ich habe hier einen Zulassungsantrag mein Kanzler ist da dann muss man sich natürlich überlegen okay ist das da?

00:42:34: Das was den gesetzlichen Anforderungen entspricht aktuell muss man natürlich diese BGA-Entscheidung hier im Blick haben.

00:42:43: Aktuell ist das die Rechtslage, und wenn wir da ein Problem sehen und dann eine Diskrepanz erkennen, dann müssen wir gucken wie wir damit klarkommen?

00:42:52: Mir ist gerade doch die Lösung eingefallen...

00:42:55: Okay!

00:42:55: Weil du ja gesagt hast, siebenundzwanzig... Gleich

00:42:57: ausschreiben!

00:42:58: Nee, das kannst du dir auch merken.

00:43:00: Also ich kann es mir merken und dann sind die Anforderungen niedrig weil es ist jetzt so schön präzise in sieben und zwanzig.

00:43:06: Wie wär's

00:43:07: denn?!

00:43:08: Wenn wir einfach einen Satz anfügen, das kriegt aus dem BMJV schnell hin zu sagen die an die Kanzlei zustellenden Anforderungen sind in der Bocher zu regeln.

00:43:21: Das wäre ja eine denkbare Variante.

00:43:24: Machen

00:43:24: wir doch einfach das und dann haben wir in der Satzungsversammlung?

00:43:28: Das wird auch fein!

00:43:30: Wie gesagt ist eine eine denkbarer Variante

00:43:33: Und das BMJV darf dann ja eh nochmal drauf gucken.

00:43:35: Es

00:43:35: fallen bestimmt auch noch ein paar andere Möglichkeiten ein, ich würde gerne jedenfalls mal Schritt für Schritt vorgehen wollen und da steht am Anfang jetzt glaube ich erstmal so eine Art Bestandsaufnahme.

00:43:51: Wie sieht es eigentlich aus mit den Anforderungen an die Kanzlei?

00:43:54: Pflicht heutzutage?

00:43:55: Was ist das was sich erfüllen muss und bieten muss?

00:43:59: wirklich noch erfülle muss und Bieten Um dann zu sagen, da gibt es einen Veränderungs- und Anpassungsbedarf.

00:44:09: Und dann wäre das natürlich tatsächlich eine Möglichkeit zu sagen wir machen das in der Brau nur ganz allgemein und überlassen ist der Dabora also die Ersatzungsversammlung auszufüllen.

00:44:26: Eine Variante!

00:44:27: ist wahrscheinlich nicht ganz so einfach wiederum, wenn man sieht wie der BGH den siebenundzwanzig interpretiert.

00:44:37: Aber da haben wir ja dann auch noch ein verfassungsgerichtliches Verfahren anhängig, wo man ja auch gespannt sehen kann, wie damit umgegangen wird.

00:44:47: Oh mein

00:44:48: Gott!

00:44:48: André vielleicht war diese ganze Episode völlig überflüssig?

00:44:51: Weil das Bundesverfassungs-Gericht jetzt sagt Jaki Geffax

00:44:54: Ich glaube es sollte... für uns ja trotzdem nicht überflüssig machen, dass wir uns darüber Gedanken machen was nach unserem Verständnis eigentlich Kanzlei heißt.

00:45:06: Ja aber wir können doch zumindest festhalten wir sind uns dahingehend einig muss man sich dringend angucken muss auf dem Prüfstand und Gesetzgeber macht das ja nicht ohne die Anwältin und Anwälte, weil wir sind näher dran.

00:45:22: Und dann würde ich sagen... Aber das ist

00:45:24: aber eben aus dem Umgang mit dem BMIV plaudert kann ich sagen, dass sie

00:45:30: auch

00:45:30: nicht machen.

00:45:31: also das

00:45:31: ist

00:45:31: natürlich genauso.

00:45:33: Nee, aber ich habe immer gern den Fuß in der Tür gleich das einmal öffentlich zermittiert.

00:45:38: Liebe Grüße ans BMIWTV!

00:45:40: Ich freue mich ja immer wenn wir Termine haben bin auch ein großer Fan der aktuellen Besetzung muss man so sagen.

00:45:46: Und wir, finde ich, warten jetzt mal was dann wieder aus Karlsruhe kommt und da besprechen wir das wieder.

00:45:54: Es wird eine Weile dauern nämlich an.

00:45:55: Ja

00:45:55: genau ja muss man mal sehen.

00:45:58: bei Messling die beim Bundesverfassungsgericht zuständig ist hat er auch noch ein zwei drei andere ganz nicht ganz unbedeutende Verfahren gerade in der Bearbeitung.

00:46:06: aber ja das wird in jedem Fall dann spannend zu beobachten sein.

00:46:12: warten werden wird darauf nicht dass es mal Nein,

00:46:16: was Karlsruhe denkt.

00:46:17: Da müssen wir darauf warten bis wird das erfahren.

00:46:20: und ansonsten also BMW gerne jetzt einfach schon mal da einen Satz.

00:46:24: zwei hätte den Charme André dass wenn das einmal geregelt ist die Anforderungen an die Kanzlei dann hast du ja dank Dann ist es ja zukunftfest weil dann kannst Du Ja immer wieder anpassen und sagen ja also Jetzt von Raumschiff ist hier nirgendwo die Rede.

00:46:40: Das muss jetzt langsam auch mit rein.

00:46:41: Jedenfalls bräuchten wir dann den Gesetzgeber nicht mehr und wären etwas flotter unterwegs.

00:46:48: Mögen wir immer am liebsten!

00:46:50: Andere, ich danke dir für deine Zeit.

00:46:51: Flott war der Stichwort.

00:46:52: Ich weiß du hast nämlich gleich schon wieder den nächsten Termin.

00:46:56: Ja, genau.

00:46:57: Und dann

00:46:59: sehen wir mal das.

00:47:00: Tschüss!

Über diesen Podcast

Der Podcast für die Jurabubble

Die Jurabubble ist bunt und vielfältig. Für Euch plaudere ich mit Anwält:innen, Richter:innen, Rechtsanwaltsfachangestellten und Rechtsfachwirt:innen, mit Studierenden, Coaches und Bestsellerautor:innen über ihren Werdegang und ihr Berufsleben, rechtspolitische Themen, Erfolge und Neuanfänge, Scheitern und Chancen, Musik, Mindset und das Leben an sich.

Schon zweifach konnte ich mir mit meinen Themen und Gästen den JURios-Jura-Podcast-Preis sichern (2021 und 2025). Beim Podfluencer-Festival konnte ich in 2024 den zweiten, 2025 dann den ersten Platz des Community-Awards belegen. Dank Euch!

von und mit Bundesrechtsanwaltskammer

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